Ein Dialog mit mir selbst: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Ein Dialog mit mir selbst: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Tim Ferris brachte mich mit einem Blogartikel auf die Idee zu diesem Artikel. Wäre es nicht faszinierend, könnte ich mit dem Günter im Alter von 20 Jahren, 40 Jahren oder der späteren Günter mit 70 Jahren sprechen? Mit dem Günter, …

  • … mit 15 Jahren, der gerade mit dem Tagebuchschreiben begann.
  • … mit 24 Jahren, der nach Köln zog, um dort zu studieren.
  • … mit 32 Jahren, der die Liebe seines Lebens fand und die Hochzeit um ein Jahr verschob, weil er noch an einem christlichen Missionseinsatz in Kasachstan an führender Stelle beteiligt war.
  • … mit 37 Jahren, der nach zwei Fehlgeburten glaubte, sie würden keine Kinder mehr bekommen.
  • … mit 38 Jahren, der das Glück nicht fassen konnte, mit Lukas den ersten Sohn auf dem Arm zu tragen
  • ……

Schon eine ungewöhnliche Perspektive, oder?

Ich schaue auf diese jüngeren Versionen von mir. Lächle sie an, freue mich mit ihnen. Jung, unbeschwert, tatendurstig und abenteuerlustig. Ich erzähle ihm, wie toll ich ihn finde. Wie ich stolz auf ihn bin. Wie ich beeindruckt bin, wie er damals mutige Schritte ging.

Ich habe mir auch angewöhnt, zu zukünftigen Versionen von mir selbst zu beten

Die Version von mir selbst, die nächstes Jahr gerade eine weltweite Pandemie überlebt hat. Die Version von mir selbst, die 60 ist und von den Entscheidungen, die ich jetzt treffe, profitieren wird. Die Version von mir selbst, die 70 ist und Bilanz darüber zieht, wie ich in dieser Welt gelebt habe. Die Version von mir selbst, die 80 ist und sich vielleicht über die Freundschaften freut, in die ich jetzt investiere.

Ich bete zu diesen Versionen von mir.

Ich bitte sie, sanft mit mir umzugehen, ich bitte sie um Hinweise auf das, was kommen wird, ich zähle ihr alle Möglichkeiten auf, wie ich mich gerade jetzt um sie kümmere – wie ich Freundschaften pflege, die später hilfreich sein werden, wie ich mich täglich bewege, damit ich lange gesund bleibt. Das Wissen, dass sie – diese weise und geerdete Version von mir – darauf wartet, mich endlich zu treffen, gibt mir Energie und Inspiration.

Meine Aufgabe für diesen Tag

Und zugleich eine Empfehlung für dich. Schreibe einen Brief an dein jüngeres Ich, als du 20, 30, 40 oder … Jahre alt warst. Danke ihm, lobe ihn, schimpfe mit ihm, tröste ihn. Hier ist deine Kreativität gefragt. Sag´ deinem jüngeren ICH alles, was dir in den Sinn kommt. Was du schon immer sagen wolltest.

Und jetzt schauen wir und dein älteres Ich an. Das, was noch kommt, und nicht da ist.

  • Was würdest du ihm sagen wollen?
  • Was würdest du ihn gerne fragen?

Deine Aufforderung für den heutigen Tag:

Schreibe einen Brief an dein jüngeres Ich. Danke ihm, lobe ihn, schimpfe mit ihm, tröste ihn – setze dich auf jede Art und Weise, die du für richtig hältst, mit mehreren Versionen deines jüngeren Ichs auseinander. Was immer dir in den Sinn kommt.

Nun wollen wir uns mit Ihrem älteren Ich beschäftigen.

  • Was würdest du ihm sagen wollen?
  • Was würdest ihn fragen?
  • Worum würdest du ihn bitten?

Sag deinem älteren Ich, was du jetzt im Dienstes dieses Ichs tun wirst. Sag ihm, wie die ideale Situation aussehen könnte, wenn ihr euch endlich trefft. Wo würdest du leben, wie würdest du leben und mit wem würdest du Zeit verbringen?

Ein abschließender Rat an dein älteres

Stelle dir vor du bist plötzlich die ältere Version von dir – 5, 10 oder 15 Jahre in der Zukunft. Du setzt dich mit deinem jüngeren Ich bei einem Wein oder Kaffee zusammen. Welche Erfahrung und Ideen würdest du ihm weitergeben?





Günter W. Heini

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