
Stelle dir bitte mal Folgendes vor:
Du bist ganz alleine auf einem hohen Berg, den niemand außer DIR und GOTT kennt!
Und Gott und du, ihr seid ganz alleine auf diesem Berg. Es gibt keinen Weg dorthin. Nie kann sich jemand außer dir und Gott dorthin verirren. Dort auf diesem Berg gibt es zwei wunderschön eingerichtete Blockhütten. Eine für Gott, und eine für dich. Wann immer du eine schwierige Situation in deinem Leben hast, du einen Rat brauchst oder einfach jemanden, der dir zuhört, gehst du auf diesen Berg.
Kannst du dir diesen einsamen Berg gerade vorstellen?
Wie komme ich überhaupt auf dieses Bild?
Es ist ja nicht unbedingt ein alltägliches Bild, oder? Wer von uns kann sich so leicht auf einen hohen Berg beamen?
Ich lernte dieses Bild vor einigen Jahren kennen, als ich eine sehr schwierige Zeit in meinem Leben hatte. Es war die schwierigste Zeit meines Lebens. Gerade hatte ich eine traumatische Situation in einem christlichen Hilfswerk erlebt. Es war der Traum meines Lebens. Und er platzte wie eine Seifenblase. Dumm war, dass ich mit meiner Familie für diesen Traum umzog. Von Rödermark im Rhein-Main-Kreis nach Ewersbach im Lahn-Dill-Kreis.
Kündigte eine gute bezahlte Stelle bei Kubota, und begann für weniger als die Hälfte des bisherigen Gehaltes zu arbeiten. Manche haben vermutlich gedacht, wie kann man nur so doof sein. Später habe ich das auch manchmal gedacht, als ich die ganzen Folgen erlebte, die sich aus dieser einen Entscheidung ergaben.
Das Ganze endete in einem Fiasko und hätte mich beinahe das Leben gekostet.
Ich überlebte es, aber das Trauma war noch nicht zu Ende.
Nachdem ich wieder zurück in den Vertrieb gewechselt bin, verlor ich innerhalb eines Jahres dreimal meinen Job, meine Frau bekam Brustkrebs und wir wohnten in einem Dorf, in dem wir nie lange wohnen wollten. Am Ende wurden es 9 Jahre qualvolle Jahre. Jahre, die ich als verloren bezeichnen würde. Weil jeder Tag ein Ausnahmezustand war.
Als das Trauma hinter uns lag, suchte ich nach Hilfe
Als das alles hinter uns lag, nahm ich die Hilfe einer Therapeutin in Anspruch, um dieses Trauma zu holen. Nennen wir sie Christiane. Eines Tages sagte sie zu mir während einer Sitzung: „Günter, wir brauchen für dich einen Rückzugsort. Einen Ort, wo du ganz alleine mit Gott bist. Einen Ort, an dem du dich zurückziehen kannst, wenn dir alles zu viel wird. Wenn du das Gefühl hast, jetzt gerade wächst dir alles über den Kopf.“
Und so entwickelten wir diesen Rückzugsort an einem geheimen Ort auf den höchsten Bergen der Welt.
Für mich ist dieser Berg irgendwo im Himalaya. Wo genau weiß ich nicht, aber in Gedanken kann ich mir diesen Ort sehr genau vorstellen.
Dort oben, wo die beiden Blockhütten stehen, ist ein Hochplateau. Es ist dort schön warm, obwohl es in über 10.000 Metern Höhe liegt. Es ist eine riesige Wiese mit wunderschönen Blumen und Alpenkräutern. Es ist ein absoluter Traum, denn auf solchen Höhen ist es normalerweise klirrend kalt und alles ist unter einer meterhohen Schneedecke verborgen. Aber nicht so auf diesem Rückzugsort für mich.
Bist du noch bei mir? Kannst du noch folgen? Darf ich dich etwas fragen?
Wie sieht dein Rückzugsort aus?
Hast du einen Rückzugsort?
Ich würde behaupten, dass jeder Mensch einen Rückzugsort braucht. Einen Ort, an den er sich zurückziehen kann, wenn um ihn alles zusammen bricht. Wir alle kommen im Leben an solche Momente und in Situationen, wo wir das Gefühl haben, noch weiter nach unten geht es nicht mehr. Wie gut, wenn wir dann fliehen können, uns wegbeamen können, an einen Ort, den außer uns keiner kennt.
Und das ist ein Geheimnis!
Wir sind noch mitten im Chaos, und doch sind wir in Gedanken weit weg an unserem Rückzugsort, wo wir die Ruhe und die Sicherheit fühlen. Absolute Ruhe und absolute Sicherheit.
Du könntest dir auch mit einem Morgenritual so etwas wie diesen Rückzugsort schaffen. Wie das geht, erkläre in diesem Artikel.