Jeder von uns hat ein Lebensthema. Ein Thema, das tief in ihm steckt. Eine Berufung für sein Leben. Etwas, wofür er sein Leben sogar opfern würde.
Stimmst du dem zu? Wenn du ganz tief in dich hinein hörst, bekommst du eine leichte Ahnung, was dein Lebensthema sein könnte.
Heute geht es um mein Lebensthema. Ich kann mir gut vorstellen, dass du am Ende dieses Artikels sagen wirst: Hey, jetzt habe ich verstanden. Ich glaube mein Lebensthema ist …
Was ist mein Lebensthema?
Ehrlich gesagt hat es „ewig“ gedauert, bis ich mein Lebensthema gefunden habe. Als Jugendlicher war ich von den Büchern von Hermann Hesse begeistert. Ich verschlang sie regelrecht. Sein Leben faszinierte mich. Wohl auch, weil er und ich eines gemeinsam haben: Wir beide sind Schwarzwälder.
Kein Wunder deshalb, als in mir der große Wunsch aufkam, Schriftsteller zu werden. Ich weiß nicht mehr, wie es kam, aber eines Tages sprach ich mit meinen Eltern über diesen Berufswunsch. Es war kein langes Gespräch, aber nach dem Gespräch war mir klar, dass sie diese Idee überhaupt nicht unterstützen.
Okay, das war´s dann erst einmal.
Immerhin, ich ließ mir aus Stuttgart von einem Verlag eine Broschüre schicken. Dort konnte man einen Fernkurs Schreiben machen. Das interessierte mich natürlich. Ich begann sogar einen Krimi zu schreiben. Allerdings startete ich völlig ohne Plan. Und es kam, was kommen musste. Nach ca. 12 Seiten waren alle Akteure, die zu Beginn vorgestellt worden, ermordet worden.
Ich stellte dieses Projekt erst mal ein.
Dann ist viele Jahre nichts passiert
Nichts im Hinblick auf das Lebensthema Schriftsteller. Erst etwa im Jahre 2003, ich war schon 43 Jahre alt, machte ich den nächsten entscheidenden Schritt: Ich begann eine Zusatzausbildung zum Werbetexter beim Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn.
Genau genommen absolvierte ich diesen Kurs zweimal, ohne einen Abschluss. Okay, der Abschluss ist nicht so entscheidend. Aber ich habe alles komplett durchgearbeitet.
Ich war jetzt zertifizierter Werbetexter. Ich wusste viel über Verkaufspsychologie, über Trigger und über die Art, wie man Werbetexte schreibt, nämlich so, wie man spricht.
Jetzt machen wir einen Sprung. 2012 verlor ich zum dritten Mal hintereinander, innerhalb von zwei Jahren meinen Job im Vertrieb. Ich war geschafft, enttäuscht und schwor mir eines: Ich will nie mehr für etwas in einem Unternehmen der Sündenbock sein.
Und ich fasste den Entschluss Werbetexter zu werden
Und ich fasste den Entschluss Werbetexter zu werden
Das war mutig, sehr mutig sogar. Denn ich hatte weder Rücklagen noch irgendeinen Kunden. Ich startete bei Null auf der grünen Wiese. Aber tief in mir hatte ich den Traum vom Schriftsteller. Noch wusste ich nicht wie, aber der Wunsch und die Leidenschaft fürs Schreiben waren da.